29.05.2016

ROLLERCOASTER

Inzwischen fast 6 Wochen getrennt sehen wir uns doch häufiger als ich gedacht habe und mir eigentlich lieb ist. Irgendetwas an dir, an dem was du mir gibst erfüllt mich. Eigentlich ist es auch kein Irgendwas sondern Sex. Und gerade jetzt, wo wir nur noch Freunde sind fühlt es sich besser an an je zuvor. Ich meine, es war schon immer besser als mit allen anderen und davon gab es trauriger weise nicht zu wenig. Aber diese neue Distanz zwischen uns verstärkt die gemeinsame Zeit die wir alleine haben nur. "Was ist das jetzt?" - "Ich weiß, wir sind getrennt. Und ich weiß wie deine Gefühle für mich sind. Dennoch bist du meine engste Vertraute. Darauf möchte ich zumindest vorerst nicht verzichten wenn du es auch nicht möchtest." Du schielst auf mich runter, sprichst mit deiner festen Stimme und wie meistens ohne Lächeln im Gesicht. Und wie so oft kann ich nicht deuten wie viel Wahrheit in dem Gesagten liegt. Wohin das führt weiß ich nicht. Und ob es gut ausgeht weiß ich noch weniger. Das es nicht das schlauste ist was wir machen ist mir bewusst. Aber wirklich stark genug einen geraden Schnitt zu machen bin ich nicht. 
Auf der Fensterbank eine winzige Uhr. Sie tickt leise, kaum zu hören. Dann fängt meine Therapeutin an zu reden. "So sieht gesund werden aus" und zeigt dabei auf mich. Kurz fühle ich mich verarscht. Hab ich doch kurz davor davon erzählt, dass die Gedanken um meinen Tod wieder öfter kommen. Mein Bedürfnis wieder in die Klinik zu gehen wird immer größer. "Das ist dein erstes Mal Klinik? Vertrau mir, es werden noch weitere Male kommen." Als wär es gestern gewesen habe ich das Gesicht eines Mitpatientn vor Augen. Ich antworte ihr nicht, lächel nur. Wie perfekt ist mein Lächeln über die Jahre geworden, dass ich sogar sie täusche? Obwohl ich es nicht mal will. Gehe ich doch freiwillig zu ihr. Und geholfen hat sie mir auch schon. Aber dieser dunkle Teil in mir, die Gedanken ums sterben, einfach weg sein sind nicht gegangen. Ich kriege es nicht geschissen mein Leben zu ordnen. Bin ein einziger laufender Haufen Chaos und verbreite es wo ich auch hin gehe. Ich bin gefühlsmäßig so leer wie lange nicht mehr und der Sex mit Tim füllt das zumindest etwas aus. Den Rest versuche ich mit Alkohol und Kokain zu fluten. Würde ich aus zwei einzelnen Personen bestehen, liegt die eine Leah auf dem Boden mit Quetschungen, Brüchen und inneren Blutungen und die andere tritt weiter auf sie ein mit dem Wissen, was sie dabei tut. 

Verfickte scheiße ich hasse momentan so viel von dem was ich mache. Ich hasse sogar was ich und wie ich es hier schreibe. Aber auskotzen tut gut. Und das war wirklich bitter nötig.

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LOVELY ONES♥