20.12.2015

... ICH BIN SÜCHTIG

Hallo, mein Name ist Leah und ich bin süchtig.
So fangen die Reden der Treffen auf den AA's an, erklärt uns der Therapeut in der Klinik. Er erzählt weiter davon, wie schwer es ist abstinent zu leben wenn man sich einmal dafür entschieden hat. Das es jedes Mal aufs neue ein Kampf ist und das man nie seine Deckung aufgeben darf.
Damals wie heute stimme ich dieser Aussage zu, aber im Gegensatz zu vor sechs Monaten verstehe ich jetzt, was er damit meint. 
"Willst du ziehen?"
"Willst du auch ne Mische?"
"Leah, willst du auch eine Pappe?"
Es entspricht wirklich einem Kampf, jedes Mal aufs Neue rauscht mein Kopf nur so vor Gedanken, Möglichkeiten den Konsum zu rechtfertigen, wenn er eigentlich überflüssig wäre nehmen mir dabei die Sicht auf meine Antwort.
Als ich in die Klinik gegangen bin im Sommer dachte ich jetzt muss ich aufhören mit dem schreiben, damit ich gesund werde. Schrieb ich doch bis jetzt immer nur, wenn es mir schlecht ging. Besser ging es mir nach der Klinik nicht. Jedes Wochenende das ich zuhause verbrachte war ich betrunken, mit dem Kiffen habe ich am Tag der Entlassung nicht mal bis Abends gewartet. Seitdem hat sich nichts verändert. Mit gelegentlichen Pausen von zwei, drei Tagen habe ich konsumiert. Alles andere habe ich vernachlässigt. Und damit ist jetzt Schluss!

Ich weiß nicht, ob die wenigen die mir folgen mir wegen meinem Schreibstil folgen. Ich weiß nicht mal, warum mir überhaupt jemand folgt. Aber was ich weiß ist, dass mein Leben etwas Struktur gut vertragen kann und ich werde meinen Blog nutzen, um das zu dokumentieren.
Ich werde versuchen, jeden Tag kurz zusammenzufassen, was ich den Tag über geschafft habe. Und wenn es nur ist, dass ich es vor 12 geschafft habe, duschen zu gehen. 

Hello my Name is Leah and I choose Recovery.

Kommentare:

  1. hey leah, ich lese deinen blog schon eine ganze weile - erstens weil mich deine themen (drogen, schlanksein, beziehungen, einsamkeit..)auch beschäftigen. und zweitens mag ich die art, wie du dich ausdrückst. ich finde mich irgendwie darin wieder.

    was du zur zeit so durch machst, kann ich so gut verstehen. bin seit gut drei jahren clean und weiß noch, wie schwer die anfangszeit war. habe auch therapie gemacht und gedacht, danach wird alles etwas einfacher oder besser sein...aber das hat schon ein bisschen zeit gebraucht. auf therapie hat einer gearbeitet, der war schon über 20 jahre clean und der sagte zu mir: "wenn du aufhörst, wird´s immer noch schwere tage und stunden geben. aber dir werden auch dinge passieren die so schön sind, das du sie dir jetzt noch gar nicht vorstellen kannst!"

    und ganz genau so ist das auch.
    der anfang ist am schwersten, der mensch ist ein gewohnheitstier und so wie du dich an den konsum gewöhnt hast, wirst du dich an das abstinente leben gewöhnen. es gibt übrigens auch NA(narcotics anonymous) - das ist wie AA nur für leute die alkohol-und drogenabhängig sind. geh da ganz gerne hin.

    ich wünsch dir was :)

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LOVELY ONES♥