29.09.2015

DRUGS

"Für dich auch Leah?" Ich schüttel den Kopf, sage aber nichts. Er hat das nicht gesehen, zu sehr konzentriert er sich auf das zerkleinern der weißen Krümel, ganz klein zu weißem, feinen Pulver. Meinem geliebten Pulver... "Leah?" - "Ne danke" und wundere mich sofort über mich selbst. Ne danke, das ich das noch mal sagen würde. Nachdem ich von der Therapie nach Hause kam, hat es drei Stunden gedauert, bis ich das erste Mal wieder gekifft habe und bis zum nächsten Wochenende, das ich wieder Speed gezogen habe. Dann täglich gekifft, manchmal habe ich es durchgehalten und bis 19 Uhr nicht geraucht, um mir dann einzureden, dass ich das gut gemacht hätte und es ja jetzt verdient hätte. Gezogen immerhin nur am Wochenende, während alles in mir nach mehr gebrüllt hat. Nach Kristallen, Acid und Koks. Was würde ich für etwas gutes Koks zum Rauchen geben. Jetzt will ich wirklich nicht und das stresst mich trotzdem bis ins Unendliche. Mein Suchtgedächtnis schreit danach, redet mir ein, dass ich dann wieder schneller abnehmen kann und ich mich dann sowieso besser fühle und in mir rast ein Kampf. Nach außen lächele ich. Leicht lächeln ist ein psychologischer Trick, dem Gehirn weißzumachen, man wäre gut gelaunt. Und da ich eh in Gesellschaft bin und mich unterhalte, ist es außerdem auch angebracht zu lächeln. Ich bin froh, dass ich um kurz vor eins schon gehen kann.
Ausrutscher und Rückfall; Ein Thema aus der Therapie, dass wir in der Anti-Drogen Gruppe immer wieder besprochen haben. Wenn man nur einmal konsumiert und dann wieder aufhört und wenn man konsumiert und dann drauf scheißt, weil jetzt eh egal ist. Jetzt ist mein Führerschein in Gefahr und ich habe mit den chemischen Drogen abgeschlossen, nicht vom kiffen aber zumindest von den Chemischen. Immerhin ganze elf Tage habe ich mich auch daran gehalten. Nicht nur nicht konsumiert sondern auch wirklich nicht konsumieren wollen.
Jetzt ist der Schock mit den Bullen weit genug zurück und ich weiß, dass ich am Wochenende wieder ziehen werde. Ich will. Das Gramm Speed, das für mich nach so langer Pause viel zu viel sein wird, hab ich mir bereits geklärt. Ein bisschen habe ich Angst vor Konsequenzen, aber das schiebe ich elegant zur Seite. Verdrängen, eine Übung in der ich Meister bin. Zu sehr reizt mich der Gedanke an das Brennen in der Nase, der beißende Geruch von Lösungsmittel und das Gefühl, das man nicht beschreiben kann, wenn man die ganze Nacht durchgetanzt hat, fern ab von der beschissenen Realität. Wenn der Stress zuhause bleibt und man Streit einfach vergessen kann, verdrängen kann.
 
Therapeutin: "Wenn tanzen für sie ein Ventil ist, dann nutzen sie das als Skill.
Solange sie dabei nicht Rückfällig werden, ist das auch vollkommen in Ordnung."
Leah: "Nein, keine Sorge."
 
 
 

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