19.03.2015

PLEASE DON'T

Die Zeit vergeht wie im Schnelldurchlauf. Die meiste Zeit verbringe ich damit, zu schlafen. Bin gegen 15 Uhr aufgewacht, wie jeden Tag. Auf meinem weißen Laken sind überall Blutflecke. Nach dem Aufwachen ist es am schlimmsten. Das nicht weniger werdende Jucken am ganzen Körper. Also schlafe ich. Und wenn ich nicht schlafe, bin ich nach spätestens zwei Stunden breit, drauf oder voll. Es ist Dienstag Abend und ich bin bereits betrunken und bekifft. Aber es herrscht endlich Stille in meinem Kopf.
Zu viel Worte von dir und zu wenig Kraft von mir um dir zu antworten. Meine Finger zittern, als der nächste Text kommt von dir. Irgendwas ist schief gelaufen letzte Woche. Als ich dir gesagt habe, dass wir langsamer machen sollten und vorsichtig mit dem Umgehen, was wir beide noch teilen, nämlich unserer Liebe. Du bist der Mensch, der mir von allen am meisten bedeutet. Noch immer. Der Gedanke daran, nur befreundet zu sein mit dir macht mich kaputt und das ist auch nicht, was ich will. Ich hatte auf eine feste Freundschaft gehofft, auf die wir aufbauen können. Auf die ich aufbauen wollte. Ich habe nur ein Detail übersehen: Du liebst mich mehr als ich dich... Ich liebe dich - und das vermutlich immer - aber zur Zeit wohl eindeutig nicht so stark wie du mich.

Ich fühle mich fremd. Fremd in mir, mit mir. Ich hasse meine Körper. Nicht hassen wie ich es sonst tat. Mir geht es nicht ums Gewicht. Mir geht es um meinen lebenden Körper. Das betäubende Gefühl, dass alles zu viel wird, steigt mit jedem Tag und das Bedürfnis, einfach ein Schlussstrich zu ziehen wird jeden Tag größer. Mittlerweile ist es Donnerstag Abend und ich bin seit 13 Uhr wach und nüchtern. Und ich habe das Gefühl, als wäre mein Körper nicht mehr mein Körper. Ich weiß zwar, wie ich mich bewegen muss, um zum Beispiel zu Laufen. Aber es fühlt sich nicht richtig an. Ich weiß, welche Bewegungen ich machen muss, um mich zu Schminken, aber das Gefühl, das ich bei den Bewegungen meines Arms habe dabei sagt mir, das bist nicht du. In meinem Kopf herrscht Leere und gleichzeitig denke ich an so vieles gleichzeitig. Es ist Donnerstag Abend, bin nüchtern, weine seit vier Stunden am Stück, neben mir liegt mein Speed und mein Make-Up. Für das perfekte Fakelachen im Gesicht und gute Laune im Kopf. Gute Nacht.


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