26.02.2015

MY LIFE IS A JOKE

Ich weiß nicht, wie lange ich schon auf dem Sofa liege und meine Beine anstarre. Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Egal, wie lange ich sie beobachte und wie ich sie bewege und hinlege. Sie sehen immer dick aus. Dicker als vor 3 Wochen. Wann ist das passiert? Warum ist das passiert? Und warum bin ich so naiv gewesen und habe gedacht, dass ich die Essstörung überwunden hätte? Mit dem abrupten Absetzen der Antidepressiva hat sich auch mein Selbstbild rapide verändert. Mein kompletter Charakter hat sich verändert, ich war eigentlich nur noch ein Mensch, der gelacht hat, weil ich wusste, jetzt muss ich lachen weil es lustig war. Ich war nicht glücklich, nicht traurig, hatte keine Angst und war nicht eifersüchtig. Ich hatte verlernt zu fühlen. Irgendwas hat mich dann wachgerüttelt, hat mich daran erinnert, was ich mal hatte. Wie gewaltig meine Gefühle und meine Liebe zu ihm war. Dieses besondere, das niemand genau beschreiben kann, was nur die beiden Menschen in einer Beziehung kennen. Dieses Gefühl von Zuhause. 

"Ich habe den Vorher/Nachher Vergleich richtig lebhaft vor Augen." erzähle ich dir, während ich meine Beine in die Luft strecke. Mit dem Rücken auf dem Bett neben dir liegend hören wir Musik, reden, lachen zusammen. "Wie ich deinen Körper finde, weißt du." Drehe meinen Kopf zur Seite und gucke in Andrés Augen. Du lächelst mich an und alles ist gut für ein paar Sekunden, vielleicht auch Minuten.
"Hast du nach mir jemanden ... gehabt?" - "... Ja ... Du?" - "Ja..." Er fängt an zu weinen und ich lege mich auf deinen Rücken, umarme ihn ganz fest, so fest ich es noch hin bekomme. Danach war es lange wunderschön ruhig, angenehme Stille mit dem Gefühl das man hat, wenn man Zuhause angekommen ist. Irgendwann sind wir eingeschlafen.

Aktuell kiffe ich fast jeden Tag, ziehe dafür aber kaum noch Pepp. Kommt natürlich bei einer Essstörung richtig geil. Ich habe wieder ordentlich zugelegt, wundert mich auch nicht, fresse mich ja jeden Abend voll. Habe mir allerdings vorgenommen, sowohl mit dem Kiffen, als auch mit dem Rotzen aufzuhören. Zumindest unter der Woche muss das nicht mehr sein. Dabei wird der Gedanke daran jeden Tag größer. Einfach eine Nase ziehen am Mittag und bis Abends nicht mehr essen. "Muss nicht sein Leah, das ist doch purer Scheiß." - "Ja stimmt schon." - "Na siehst du!" erwiedert Joshi und lächelt mich an. Er ist schon ziemlich nett. Ab dem ersten März zieht er als mein neuer Mitbewohner bei mir ein. "Du siehst schon viel gesünder aus als vor zwei Wochen. Viel fitter und weniger fertig!" Aber ich mag das Gift, die Chemie, meinen Zucker so gern.



1 Kommentar:

LOVELY ONES♥