24.12.2014

HOLD STILL, I'M TRYING TO SHOOT YOU

Eine Woche nichts gezogen. Ohne Hintergedanken zu Rico gefahren. Geredet, gelacht, geredet und dann gefragt: "Kannst du mir für nen Zehner was einpacken?". Ist ein komisches Gefühl, auf der Fahrt nach Hause die Leute zu beobachten. Als du die weiße Masse ausbreitest und zerkleinerst beobachte ich dich, wie du deine Bewegungen machst von den Fingern den Arm hoch bis in dein Gesicht. Den Blick gesenkt auf die kleine Scheibe und das Häufchen Elend, dass darauf liegt. Ich habe immer wieder ein schlechtes Gewissen. Will nicht, dass du das machst. Will aber selbst nicht aufhören. Und ohne dich möchte ich nicht. Ich fühle mich schrecklich.
Heute morgen nehme ich die 289. Tablette der Antidepressiva. Und seit 289 Tagen sehe ich mich das erste Mal so, wie ich wirklich bin. Begreife, wie mein Körper aussieht und habe ein absolut reales Gefühl, was mich selbst angeht. Seitdem ich denken kann, hatte ich das nicht. Seitdem ich mich erinnern kann, waren meine Gedanken über meinen Körper gleich negativ. Immer sah ich mich größer, fetter als mich selbst. Fetter .. dieses Wort zu sagen, zu schreiben oder zu denken kommt mir unendlich dumm vor. Bin ich doch gar nicht fett. War ich nie fett und werde es wohl auch nie sein. Wie traurig ein Mensch sein muss, das sein Leben lang von sich zu denken. Wie traurig das Leben dieses Menschen sein muss, wenn er doch gar nicht fett ist. Wie traurig mein Leben zu sein schien und wie hilflos ich mich jetzt fühle. Wie soll ich mit mir selbst umgehen, wenn nicht so wie bisher? Ein Teil von mir stirbt. Etwas, was mich mein Leben lang begleitet hat verschwindet und ich versuche, das Loch zu füllen. Ich weiß nur noch nicht, mit was.


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LOVELY ONES♥