01.08.2014

REPEAT

Aufstehen, ins Wohnzimmer gehen. Tabletten schlucken und aufs Sofa legen. Kaninchen füttern und duschen gehen. Repeat. Seit Wochen die selbe Leier, seit Wochen immer ein drückendes Gefühl von Glück, dass mir sagt, mir geht es gut. Glück in Tablettenform. "Meine Mutter und meine Schwester denken beide, dass du sie mehr magst als früher." Habe ich mich so verändert dadurch die letzten Monate? Ich bin doch immer noch ich, oder nicht? Ich habe nur weniger Angst, weniger Zweifel und weniger beschissene Gedanken. Aber ich bin die Selbe. Zumindest sehe ich gleich aus.
In einer Woche gibts ne Gartenparty, mit Pool. Also schwimmen, vor anderen Leuten. Vor sehr vielen anderen Leuten. Und wenn ich drüber nachdenke, dann freue ich mich. Ich erwische mich dabei, wie ich im Bikini vor dem Spiegel stehe und mich hin und her drehe. Ganz kurz, dann schüttel ich denk Kopf und lege den Bikini wieder beiseite. Eine Woche, früher vor den Tabletten hätte ich jetzt angefangen zu fasten. Eine Woche lang nichts gegessen. Oder nur so viel wie gerade notwendig um nicht um zufallen. Jetzt gerade trinke ich Cola, 110 kcal, und zerbreche mir den Kopf, ob mein Verhalten jetzt normal ist oder unnormal. Für mich war der Verzicht so viele Jahre lang normal, dass ich das Gefühl nicht loswerde, jetzt gerade etwas falsch zu machen.

Ich stehe noch mal auf, hab einen trockenen Hals. Auf der Hälfte des Weges merke ich, wie mein Kreislauf versagt. Gehe anstatt der Küche ins Bad, lege mich auf den Boden und die Füße auf die Badewanne. Bloß alles vermeiden, jetzt zusammen zu klappen. André schläft schon. Die letzte Nase Speed liegt zwei Tage zurück, davor waren es zwei Wochen. Ich habe zwar immer das Bedürfnis, aber ich erlaube es mir selbst nicht. Zugenommen habe ich auch nicht, dabei war das meine größte Befürchtung. Nur werde ich es vermutlich mit dem Abnehmen ohne niemals schaffen. Mein Körper ist einfach schon zu kaputt. 


Meine Haare sehen aus wie von Merida!

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