27.04.2014

SO BASICLY

Abnehmen, dünner werden, nicht mehr normal aussehen sondern die Dünne sein. Langsam fängt es an, dass mir alles egal wird, alles wird abgenickt mit betrunkener Leichtigkeit. Sitze in meiner neuen Küche die mich mit ihrem alten Charm und ihrer Wärme umarmt, die Sonne durchs Fenster auf meiner Nase, die Tablettenpackung mit zwei Fingern am halten überlege ich, wie ich die Packung finde. Voll mit Glücklichmachern sieht sie gar nicht glücklich aus, eher nüchtern.
Ich setze mich hin, gleichzeitig knackt etwas. "Jetzt hast du's kaputt gemacht!" - "Klar, mit ihren 30 Kilo, Kampfgewicht!" Ich lache, kotze innerlich. Ich hasse das. Dabei habe ich meiner Meinung nach nicht mal so viel abgenommen. Und noch so viel vor mir. Den restlichen Abend über wird nichts mehr gegessen. Ich hab die Schnauze voll davon, die zu sein die immer isst. Mein Kopf schmerzt.
Ich stehe vor den Umkleidekabinen und warte darauf, dass eine frei wird. Im Spiegel an der Wand betrachte ich meine Beine, meine Waden sind dünner geworden. Du lachst, weil du irgendetwas erzählst was du magst. Dabei spüre ich, wie mir warm wird im Gesicht, meine Augen lächeln dich an. Es ist perfekt. Im nächsten Moment drehe ich mich um und spüre, wie mein Herz einen zu großen Sprung macht und dann für einen Moment aussetzt vor Erschöpfung. Sie steht da, hat mich noch nicht bemerkt. Zumindest lässt sie es sich nicht anmerken. Also drehe ich mich auch wieder um. Ein bisschen weiter als vorher, schließe für eine Sekunde die Augen und atme tief aus. Ganz kurz sehe ich sein Gesicht vor mir im Krankenhaus, seine Augenfarbe und die beiden im Bett als er mich mit ihr betrogen hat. Blicke auf und darf in die ruhigsten, sanftesten und wärmsten Augen blicken. Es ist besser so, wie es jetzt ist. Aber es tut trotzdem weh, sie zu sehen. Auch nach fast drei Jahren. Heute kaufe ich eine neue Hose und ein neues Shirt. Beides in der kleinsten Größe und trotzdem ist die Hose zu groß. Ein guter Tag.


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