20.03.2014

FAMILIE IST FÜR IMMER

Ein Raum, von Sonne überflutet, ein Haus, dass ich kenne seitdem ich auf der Welt bin. Mein zweites Zuhause, meine großartige Oma. Ich liebe dich und jetzt stirbst du. Mama meinte, du hättest vielleicht noch zwei, drei Monate. Ist doch zum kotzen! Ich will eh nicht leben, zumindest nicht so. Nimm meine Jahre und gibt mir deine zwei Monate. 'Wenn du sterben könntest ohne, dass es die Personen verletzt die dich lieben, würdest du?' - 'Sofort!' Ich gucke in ihre Augen, gucke in die meiner Mutter, meiner Schwester, meine eigenen. Beobachte ihren Mund beim Reden, beim Lachen, versuche mir alles einzuprägen, für immer zu merken. Denke an früher, als der Krebs das erste Mal auftrat und sie schon keine Haare mehr hatte. Ich war 11 ... "Oma, was hast du eigentlich für ne Haarfarbe?" - "Weißt du das schon nach sechs Monaten nicht mehr? Vergisst du dann auch, wie ich aussehe wenn ich mal tot bin?" Nein, dieses Mal vergesse ich nicht, ganz sicher niemals. Diese viel zu gute Person, der viel zu sehr liebende Mensch. Für mich war es selbstverständlich, dass es sie immer geben wird in meinem Leben und dieses Bild zerfällt gerade vor mir liegend auf einem Krankenbett in eingefallene Wangen und müde Augen. Sie hält meine Hand und guckt mich an. "Ist scheiße!" Ja, das ist es! "Wie ist es mit dir und André?" - "Gut, wir sind wieder fest zusammen. Und das bleibt auch erstmal so!" Sie lächelt "Ich werde wohl niemals deine Hochzeit miterleben." Und ich beiße mir auf die Zähne, um nicht wieder weinen zu müssen. Ihre Hand sieht aus wie die meiner Mutter, wie meine. Klein und zart, aber warm. Als ich gehen muss, weiß ich nicht was ich sagen soll, also beschließe ich nochmal wieder zu kommen. Was sagt man, wenn man weiß, man sieht einen Menschen das letzte Mal bevor er stirbt?
Ich liebe dich


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LOVELY ONES♥