21.11.2016

TO WASTE MY TIME I NEED NEW WAYS

Zweimal ist es bis jetzt passiert. Das letzte Mal mit 16. Jetzt bin ich fast 24 und es hat mich so heftig wie plötzlich umgehauen. Ich bin verliebt. So richtig über beide Ohren. Wir lassen es langsam angehen, er ist frisch getrennt und ich ein grundskeptischer Mensch. Heute ist es zwei Wochen her, dass er mich das erste Mal geküsst hat. Die letzte Woche war ich von Montag bis Samstag bei ihm. Morgen Abend fahre ich wieder hin. 70 Kilometer die mich räumlich von ihm trennen, mit denen ich aber leben könnte, wenn ich wüsste, er empfindet so für mich wie ich für ihn.

Und das erste Mal merke ich, was mir bis jetzt gefehlt hat um nicht nur clean zu werden, sondern es auch zu bleiben. Er duldet es zwar, aber er mag es nicht. Er macht sich Gedanken und findet es nicht gut. Und ich möchte nicht, dass er sich Sorgen macht und mir sagen muss, dass ich auf mich aufpassen soll.

Ich weiß nicht, was sich daraus entwickeln wird. Vielleicht alles, vielleicht gar nichts.
Ich weiß nur, dass ich mit dem Anfang davon hiermit aufhören werde. Meinen Blog löschen werde ich noch nicht, aber schreiben werd ich zukünftig für mich allein.
Vielleicht werde ich ihn auch irgendwann löschen.


I am not the first person you loved.
You are not the first person I looked at
with a mouthful of forevers. We
have both known loss like the sharp edges
of a knife. We have both lived with lips
more scar tissue than skin. Our love came
unannounced in the middle of the night.
Our love came when we’d given up
on asking love to come. I think
that has to be part
of its miracle.
This is how we heal.
I will kiss you like forgiveness. You
will hold me like I’m hope. Our arms
will bandage and we will press promises
between us like flowers in a book.
I will write sonnets to the salt of sweat
on your skin. I will write novels to the scar
of your nose. I will write a dictionary
of all the words I have used trying
to describe the way it feels to have finally,
finally found you.

And I will not be afraid
of your scars.

I know sometimes
it’s still hard to let me see you
in all your cracked perfection,
but please know:
whether it’s the days you burn
more brilliant than the sun
or the nights you collapse into my lap
your body broken into a thousand questions,
you are the most beautiful thing I’ve ever seen.
I will love you when you are a still day.
I will love you when you are a hurricane.


I'm still running my tumblr & my instagram




09.11.2016

and at once I knew I was not magnificent

Und ich liege in deinem Zimmer, eingerollt unter deiner Decke wie eine Katze. Längst schon haben wir beide einen Sitzen vom Wein und meine sozialen Ängste sind kleiner geworden und der Kontakt zwischen uns immer näher. Jahrelang nur als Freund fand ich dich schon immer anziehend. "Leah, es schneit!". Du stürmst ins Zimmer völlig am Grinsen und reißt dein Fenster auf. "Lass uns rausgehen." - "Ja gleich aber vorher muss ich noch was machen." Bevor ich widersprechen kann  legst du deine Hand an meinen Hals und küsst mich. Mein Herz rast, mein Kopf brüllt nein, nein das ist falsch. Ihr seid nur Freunde. Mach das nicht kaputt. Aber mein Körper will etwas anderes. 

"Kommst du darauf klar?"
"Ne. Du?"
"Ne."
...
"Crazy"


I'm wasted, losing time
I'm a foolish, fragile spine
I want all that is not mine
I want him but we're not right

13.08.2016

FUCK MY LIFE

Eher fick die boys. Ich bin jetzt also singel und das nutze ich aus. Bis auf ein paar Tage Panik in denen ich dachte, ich hätte Syphilis genieße ich doch ziemlich mein Leben. Denke ich. Versuche ich zumindest. Immerhin funktioniere ich. Was das Atmen angeht. Und das Essen.
Ein kurzes Treffen mit einem alten Freund, hinter der Mauer der Geburtstag eines Freunds von André. Das Wissen um seine Anwesenheit so nah neben mir löst in meiner Mitte ein Gefühl von schwerer Leere aus. Ich deute das als Traurigkeit und versuche es zu ignorieren. War auch nicht sonderlich lange da. Aber es stört mich, dass es überhaupt aufkam. Immerhin habe ich dieses Jahr sogar seinen Geburtstag vergessen. Zumindest an dem Tag. Ein paar Tage später fiel mir das dann doch noch auf. 
Ich hänge in einem Loch. Mit einer Hand, eher einem Finger halte ich mich fest um nicht zu fallen. Gleichzeitig zieht mich irgendetwas nach unten. Es ist schwer und lässt sich nicht abschütteln und der Gedanke, einfach los zu lassen kommt mir immer und immer wieder. So viele Schulden, keine Ahnung was ich machen möchte, ständig Krank, Drogen und dann ist da noch diese eine Sache.

Ich denke ich will, nein ich werde zurück in die Klinik gehen. Zumindest für zwei, drei Wochen. Aber erst nachdem ich ihn wiedergesehen habe. Denn da ist dieser eine, echt süße Kerl aus Berlin. Ich hab ihn auf einem Festival kennen gelernt und würde er nicht 220km weit weg wohnen, wären wir jetzt vermutlich schon zusammen. So gut kenne ich mich dann doch. Ist aber auch besser, zumindest vorläufig. Ich will ja eigentlich alleine sein. Ich muss es nur erstmal lernen und hinbekommen.


edit: Vollkommener Fehlgriff.

05.07.2016

DIE GEISTER DIE SIE RIEF

Ich starre vor mich hin, überlege wie ich anfangen soll. Gibt es überhaupt einen Anfang für eine längst beendete Sache? Eine Sache in der die letzten Worte längst gesprochen wurden und in der nie wieder neue Fragen aufkommen? Eineinhalb Jahre ist es her und trotzdem vergeht keine Woche, die ich nicht an ihn denke. Immerhin, es ist inzwischen nicht mehr jeder Tag. Wann das genau passiert ist weiß ich nicht mehr. Wieder starre ich aus dem Fenster, nehme einen Schluck Kaffee und schüttel ganz leicht den Kopf. Als erstes verschwanden die Erinnerungen an das Schlechte, alles negative was passierte war mit einem Schlag weg. Gegangen als er gegangen ist. Nur zurück in mein Gedächtnis gerufen durch die ewigen Gespräche mit meinen Herzensmenschen. Durch das Kiffen verflog viel anderes auch recht schnell. Aber das wenige was blieb und bis heute schmerzt sind die Erinnerungen an die Gefühle welche er in mir erzeugte wenn wir unsterblich waren. Wenn die Zeit stehen blieb und uns keiner etwas anhaben könnte. Nervöses Nagelhautkauen. Hand durchs Gesicht fahren, Zigarette anzünden. Sein ehemaliges Zimmer riecht nach ihm. Oder bilde ich mir das ein? Wie riecht er überhaupt? Noch eine Erinnerung, die längst verflogen ist. Auf der Fensterbank steht in dem sonst komplett leergeräumten Zimmer ein Paket, addresiert an seine neue Freundin. Das Bedürfnis es aufzureißen, anzuzünden und aus dem Fenster zu schmeißen ignoriere ich mit den nächsten Zügen an der Kippe weg. Stehe auf, gehe in Lucas Zimmer. Ein paar hochkommende Tränen drücke ich weg und lasse ihnen den Rest Bier folgen, der noch in der Flasche war. Ein paar Stunden später kommen er und seine aktuelle Fickfreundin nach Hause. Durch deren Trampeln geweckt drehe ich mich um und ignoriere sie einfach bis sie aufgeben mich zu wecken und sich ins Wohnzimmer verziehen. Sicherlich keine Lust nach der Nacht auf dem Sofa zu schlafen.

Zwei Wochen später. Ich wache auf mit auf dem Bauch eingerolltem, laut schnurrendem Kater. Es gibt wenig besseres, was einem der Morgen so schenken kann. Verschlafen blinzel ich ihn an und er genauso zerqnautsch zurück. Lege meine Hand neben sein Gesicht und den Kopf wieder aufs Kissen. So viel ist letzte Woche passiert, dass ich zur Zeit wirklich nicht in Worte fassen kann, wie ich mich fühle. Tim und ich sind entgültig getrennte Menschen. Auch, wenn ich das bereits öfter gesagt habe. Dabei dachte ich immer Nein! Ich werde niemals einer von den Menschen sein, die sich ständig Trennen um dann doch wieder zusammen zu kommen. Jetzt jedoch ist es vorbei und das traurigste daran ist, es tat kaum weh. Mit unserer Beziehung an sich abgeschlossen habe ich bereits vor einigen Wochen, inzwischen schon eher Monaten. Lediglich als Freund tat er mir leid und fehlt er mir auch. Und da ich ihn inzwischen wirklich gut kenne, schätze ich die Chancen gar nicht schlecht, dass wir irgendwann wieder normal befreundet sein können, wenn nur genug Zeit für uns beide verstrichen ist.

Ich scrolle durch Instagram und bei einem Bild meldet sich mein Herz kurz. So ein unnötig schlunziges und obwohl ich mich offen über solche Sprüche aufrege versetzt es mir insgeheim einen leichten Stich und der Gedanke an André spuckt wieder kurz durch meinen Kopf. Das erste Mal seitdem ich in seinem alten Zimmer saß. Es wird weniger und ich freue mich bereits auf den Tag, an dem er das letzte Mal mit Kummer verbunden durch mein Herz jagt. 


29.05.2016

ROLLERCOASTER

Inzwischen fast 6 Wochen getrennt sehen wir uns doch häufiger als ich gedacht habe und mir eigentlich lieb ist. Irgendetwas an dir, an dem was du mir gibst erfüllt mich. Eigentlich ist es auch kein Irgendwas sondern Sex. Und gerade jetzt, wo wir nur noch Freunde sind fühlt es sich besser an an je zuvor. Ich meine, es war schon immer besser als mit allen anderen und davon gab es trauriger weise nicht zu wenig. Aber diese neue Distanz zwischen uns verstärkt die gemeinsame Zeit die wir alleine haben nur. "Was ist das jetzt?" - "Ich weiß, wir sind getrennt. Und ich weiß wie deine Gefühle für mich sind. Dennoch bist du meine engste Vertraute. Darauf möchte ich zumindest vorerst nicht verzichten wenn du es auch nicht möchtest." Du schielst auf mich runter, sprichst mit deiner festen Stimme und wie meistens ohne Lächeln im Gesicht. Und wie so oft kann ich nicht deuten wie viel Wahrheit in dem Gesagten liegt. Wohin das führt weiß ich nicht. Und ob es gut ausgeht weiß ich noch weniger. Das es nicht das schlauste ist was wir machen ist mir bewusst. Aber wirklich stark genug einen geraden Schnitt zu machen bin ich nicht. 
Auf der Fensterbank eine winzige Uhr. Sie tickt leise, kaum zu hören. Dann fängt meine Therapeutin an zu reden. "So sieht gesund werden aus" und zeigt dabei auf mich. Kurz fühle ich mich verarscht. Hab ich doch kurz davor davon erzählt, dass die Gedanken um meinen Tod wieder öfter kommen. Mein Bedürfnis wieder in die Klinik zu gehen wird immer größer. "Das ist dein erstes Mal Klinik? Vertrau mir, es werden noch weitere Male kommen." Als wär es gestern gewesen habe ich das Gesicht eines Mitpatientn vor Augen. Ich antworte ihr nicht, lächel nur. Wie perfekt ist mein Lächeln über die Jahre geworden, dass ich sogar sie täusche? Obwohl ich es nicht mal will. Gehe ich doch freiwillig zu ihr. Und geholfen hat sie mir auch schon. Aber dieser dunkle Teil in mir, die Gedanken ums sterben, einfach weg sein sind nicht gegangen. Ich kriege es nicht geschissen mein Leben zu ordnen. Bin ein einziger laufender Haufen Chaos und verbreite es wo ich auch hin gehe. Ich bin gefühlsmäßig so leer wie lange nicht mehr und der Sex mit Tim füllt das zumindest etwas aus. Den Rest versuche ich mit Alkohol und Kokain zu fluten. Würde ich aus zwei einzelnen Personen bestehen, liegt die eine Leah auf dem Boden mit Quetschungen, Brüchen und inneren Blutungen und die andere tritt weiter auf sie ein mit dem Wissen, was sie dabei tut. 

Verfickte scheiße ich hasse momentan so viel von dem was ich mache. Ich hasse sogar was ich und wie ich es hier schreibe. Aber auskotzen tut gut. Und das war wirklich bitter nötig.

04.05.2016

LANG IST'S HER

Das ich geschrieben habe. Und auch, wenn es mehr als genug zum Schreiben gegen hätte hab ich einfach nicht die Geduld oder Zeit gehabt. Obwohl ich eigentlich nicht viel getan habe. So wirklich geschafft aufzuhören habe ich nicht. Immerhin ist das Kiffen seit drei Wochen auf fast null. Zu heftig ist der Kopffick einfach gewesen. Das fällt mir inzwischen sogar nicht mal mehr schwer darauf zu verzichten. Auch vor ca. drei Wochen habe ich mich von Tim getrennt. Ich bin einfach nicht in der Lage eine Beziehung zu führen. Mein Drang nach dem Allein sein ist irgendwann so groß gewesen, dass ich das zu meinem eigenen Erstaunen wirklich durchgezogen habe. Ohne großen Streit oder wütende Worte sind wir jetzt weiterhin gut befreundet. Dafür ist er mir auch vor unserer Beziehung schon zu wichtig gewesen und ihm geht es da ähnlich. Wir sehen uns zwar kaum noch aber schreiben so gut wie täglich. Und ich bin allein. Das erste Mal so richtig seit 7 Jahren. Ich hab mich immer auch ein Stück weit identifiziert durch meine Beziehung. Das hat irgendwie zu mir gehört. Jemanden zu lieben, jemanden zu haben, sich um jemanden außer sich selbst kümmern. Sich irgendwann nur noch um den Partner zu kümmern. Und dabei bin ich immer weiter zurück geblieben. Durch die Therapie hab ich viel davon abgelegt. Hab einige Sachen richtig gut aufarbeiten können und bin so langsam dabei mich so zu akzeptieren wie ich bin. Ich merke jetzt schon, wie gut es sich anfühl einfach als ich selbst in meinem Freundeskreis zu sitzen und nicht mehr als "die Freundin von". Und ich merke jedes Mal aufs Neue, dass allein sein nicht gleich einsam sein bedeutet. Ich habe tolle Freunde die ich liebe, eine wunderbar herzliche Familie die mich immer unterstützt und ich habe mich. Und ich find mich echt richtig gut mitsamt den Falten im Hirn die hoffentlich niemals ganz gerade gebügelt werden. 


05.01.2016

CLEAN SINCE TWO THOUSAND SIXTEEN

Ja ich weiß, ich hab länger nicht geschrieben. War leicht stressig die letzten Tage.
Tim und ich haben uns getrennt. Zu stark ist unsere Co-Abhängigkeit. Aber so wirklich wie eine Trennung fühlt es sich nicht an. Will er auch nicht. Und ich eigentlich auch nicht wirklich. Aber bevor sich irgendwas ändert zwischen uns, muss ich erstmal mit mir selbst klar kommen. Und er mit sich.

Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester war ich übrigens dauerstoned. Silvester noch mal viel zu viel von allem. Seitdem auf 0. Abgesehen von den Antidepressiva die ich jetzt wieder regelmäßig nehme bin ich clean seit wahnsinnigen 5 Tagen. Und ich weiß, dass ich nicht das letzte Mal gekifft haben werde. Allerdings ist das gerade meine letzte Priorität. Ich brauche unbedingt Arbeit, mein eigenes Geld und damit auch meine eigene Wohnung. Ich halte es echt nicht mehr aus, bei Mutti wohnen zu müssen. Außerdem ist Hartz4 eh der letzte Dreck.

Morgen hat Tim Geburtstag.

LOVELY ONES♥